Essays? Done…

Mit diesem Bild möchte ich der zwölf Essays gedenken, die ich seit November hier fabriziert habe. Sie haben mich Alkohol, Tränen und Nasenspray gekostet, aber ich möchte auch denken, dass sie mich in meinem Studium um einiges weitergebracht haben. Danke, liebe Essays!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Höflich…oder wie?

Auf dem Nachhauseweg von der Post hab ich mir Gedanken gemacht über englische Höflichkeit. Sie existiert wirklich (…oder?), aber ich bin mir nicht so sicher, was ich davon halten soll.

Wenn mich jemand fragt, wie es mir geht und ich von dieser Begebenheit zu berichten beginne und ich dann unterbrochen werde, damit mir gesagt wird, „Ok, I’ll let you get back to what you were doing.“, dann frag ich mich nach dem Sinn von dem Konzept. Klassisches Beispiel.

Andersherum, wenn ich einen Kuchen als „quite good“ einstufe, kann es sein, dass mein Gegenüber beleidigt ist (also, das Gegenüber hat den Kuchen noch nicht einmal selbst gemacht; sehr wichtige Zusatzinformation)…“ziemlich gut“ heißt doch „ziemlich gut“ bei uns und das heißt „gut“ oder manchmal sogar „wow, ziiieemlich guuut“, oder lieg ich da falsch? Hier heißt „ziemlich gut“ jedenfalls etwas anderes.

Das sind wohl die üblichen kulturellen Unterschiede…

Aber was, wenn ich in der Post ein Paket abgebe und die Postfrau sagt: „That will be £2.99. Is that ok for you?“? Was soll man denn da sagen?

„Ok?! Das soll ok für mich sein?! Nein, das ist nicht ok für mich! Ich zahle höchstens £1 für Ihre lahmen Dienste! Schande über Sie und das ganze Postamt!“

Also wirklich.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Englisches Wetter

Oktober in York

Wenn man seinen Freunden mitteilt, dass man ein paar Monate in England verbringen wird, freuen sie sich für einen. Sie freuen sich, sind aber nicht vor Freude außer sich oder beneiden einen gar, weil sie denken, „naja, ist ja nicht Spanien oder Italien…“, wo man sich einige Monate lang die Sonne auf den Bauch scheinen lassen könnte. England = Nebel und Regen, nicht wahr?

November in Edinburgh

Realistischerweise erwartet man dann durchwachsenes Wetter. Deswegen bin ich auch etwas verwirrt. Über die Wintermonate war ich besonders verwirrt. Jeden Morgen öffnete ich meinen Vorhang, um blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein zu sehen, woran man sich wirklich gewöhnen kann… Gäbe es nicht die typischen roten Minenarbeiterhäuschen, hätte ich mich in Kalifornien gewähnt.

Dezember in Durham

Ich hatte meinen Regenschirm zu Hause vergessen, was gar kein Problem war, weil es bis Weihnachten ca. dreimal nieselte und einmal so tat, als wollte es schneien.

Januar in London

Dass diese Wetterlage auch eher außergewöhnlich war, bekam ich vor kurzem über die Nachrichten mit, als im Süden Dürre ausgerufen wurde.

Vor ca. zwei Wochen wurde ich dann endlich erlöst. Nachdem es an Ostern einmal horizontal durch unsere Straße schneite und sich danach wieder Sonnenschein einfand, bekam ich endlich meinen englischen Regen. Endlich wusste ich, wo ich war. Zwei Wochen lang regnete es.

Mai nach dem Regen

Jetzt ist es wieder sonnig. Und grün.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Hillwalking Society – ein Weg, der ‚Bubble‘ zu entfliehen

Societies machen einen großen Teil des Universitätslebens in Durham aus. Studenten organisieren sich in rund 200 Gruppen, in denen sie verschiedensten Hobbies und Projekten nachgehen – und diesen Gruppen sollte nicht zu wenig Bedeutung zugemessen werden, da sich die Studenten hier sehr viel über ihre Aktivitäten in Societies zu profilieren scheinen.

Es gibt Societies für jeden Geschmack: Film-Societies, Societies für einzelne Nationalitäten oder Sprachen, Wirtschaftsdiskussionsrunden, Tanz, Swing, Thai Boxing, Wine Tasting, Ukulele, Underwater Hockey, Real Ale, Gliding, Food and Dining usw. usw.

Besonders reizvoll für ausländische Studenten und Leute, die hin und wieder einmal das 40.000-Einwohner Städtchen (auch Durham Bubble genannt…das Gefühl kennt ihr bestimmt auch aus Marburg, wenn sich das eigene Universum auf Marburg beschränkt und man auf irgendeine Weise mitbekommt, dass es auch fernab der Lahn Leben gibt) verlassen möchten, ist die Hillwalking Society. Die organisiert wöchentliche Wanderungen ins weitere Umland.

Dabei haben mich schon zwei Wanderungen in den Lake District geführt, der immerhin eine zweistündige Busreise von hier entfernt liegt. Diese Fahrt lohnt sich aber wirklich. Der Lake District ist einfach wunderschön. Meine erste Wanderung startete in dem kleinen, gemütlichen Dorf Grasmere, das vielleicht einigen als ehemaliger Wohnort des Dichters William Wordsworth bekannt ist. Von dort aus machten wir uns in kleinen Gruppen auf in die Hügel, die uns bei dieser Wanderung auf ca. 800 m Höhe steigen ließen. Hierbei sind wir nicht nur bequem gelaufen, sondern mussten uns durchaus mit den Händen an Felsen hochziehen und springend monströse Matschpfützen überqueren. Das Wetter war sehr schön, sodass man gut auf die nahegelenen Seen und die malerischen verschiedenfarbigen Hügel sehen konnte. Ich habe mich ein bisschen gefühlt, wie im Auenland; die Hügel waren nur etwas höher.

Meine zweite Wanderung im Lake District startete in Keswick. Dort war es auch sehr schön, doch war es der Jahreszeit entsprechend extrem windig (es war Dezember…vielleicht nicht die beste Idee, zu dieser Zeit in den Bergen zu wandern…). Es war so windig, wie ich es noch nie erlebt habe. Es war so windig, dass es alle Mitglieder unserer Wandergruppe mehrere Male einfach umgehauen hat. Brillen flogen durch die Gegend, Menschen flogen durch die Gegend. Deswegen war ich sehr, sehr froh, als wir am Ende der Wanderung einen Pub erreichten und ich mir ein starkes Getränk bestellen konnte!

Nach diesen Erfahrungen möchte ich sagen, dass der Name ‚Hillwalking Society‘ der reinste Euphemismus ist: ‚Felsen-Überwindungs-Einheit‘, ‚Zieh-Spring-Kracksel-Marschtruppe‘, das sind vielleicht passendere Namen.

Diese Mühen lohnen sich aber allein für die Ausblicke.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lake_District

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Yes! Lasst uns wieder Letzte beim Pubquiz sein!

Hier in Durham gibt es viele gemütliche Pubs, in denen man schöne, gesellige Abende verbringen kann – bis elf Uhr abends….dann wird man rausgeschmissen. Es lebe die Sperrstunde!

Interessanter wird es noch, wenn zum Pubquiz geladen wird. Eifrige Pubquizzer und solche Pubbesucher, die von der Existenz dieser wettberbsreichen Abendrunde überrascht werden, tun sich in Gruppen zusammen, denen sie möglichst wenig peinliche Namen geben, um sich einander in Fragen des Allgemeinwissens (eher Allgemeinwissens, wenn man auf der Seite des Nicht-Englischen Betrachters steht) Überlegenheit zu beweisen.

Hier sollte man den Wert der abgebildeten Gegenstände erraten

Ich habe zwar erst an zwei Pubquizrunden teilgenommen, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich es wieder tun werde. (Für einen Einsatz von einem Pfund, bekommt man in der Halbzeit des Quizzes nämlich ein warmes Essen, hihi.) Als Erasmusstudenten und somit als Ausländer (und unsere Gruppe bestand nur aus solchen) hat man bei den sechzig Fragen, die im Laufe des Abends gestellt werden, keine allzu große Chancen, weil sie sich kulturell doch stark auf die Insel beschränken.

Gut, dass ein Mitglied bei der Wahl des Namens für unsere Gruppe vor Beginn des Quizzes gleich so gut mitgedacht hatte. Als wir also verloren hatten, konnte der Ausruf unseres Gruppennamens unser klägliches Scheitern noch gut überspielen: „We’re just here for the food!“

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Durham Cathedral

Die Kathedrale hier in Durham ist riesig.

Ich muss gestehen, dass ich häufig, wenn ich eine neue Stadt besuche und mir die dortige Kirche ansehe, denke „Ah, eine Kirche.“ Oft gefallen mir die Gebäude zwar, aber ich habe sie schnell wieder vergessen. Das geht mir anders mit der Durham Cathedral.

Vor meinem Aufenthalt hier habe ich mir Bilder von der Stadt angesehen, auf denen meistens die Kathedrale abgebildet ist. Das Bild, das ich mir daraufhin von der Kathedrale gemacht hatte, musste allerdings schon weichen, als ich bei meiner Anreise die Kathedrale vom Zug aus sah. (Dass man die Kathedrale schon vor Einfahrt in den Bahnhof vom Zug aus sieht, ist nicht nur hübsch, sondern auch praktisch für Neuankömmlinge und Ankömmlinge in einigermaßen berauschtem Zustand.) Die Kathedrale ist einfach viel größer und beeindruckender, als man sie sich vorstellt.

In der Kathedrale finden neben regulären anglikanischen Gottesdiensten, die sich tatsächlich nur im Namen von katholischen zu unterscheiden scheinen, viele verschiedene Veranstaltungen statt, u. a. werden dort College-Gottesdienste abgehalten und Theaterstücke inszeniert. Der Kreuzgang sollte vielen als der Innenhof von Hogwarts in den Harry-Potter-Filmen bekannt sein. Sympathisch ist auch, dass man, nicht wie z.B. in York, wo man für das Minster als Student £8 Eintritt zahlen muss, die Kathedrale kostenlos besichtigen kann und lediglich daran erinnert wird, dass es Geld kostet, sie in Stand zu halten.

Das fast tausend Jahre alte Gebäude ist nicht nur groß, sondern auch beeindruckend schön durch seine vielen verschiedenen Kirchenfenster, imposanten Säulen und dunkles, typisch englisches Chorgestühl. Fun Fact: Bei dem Lichterfest Lumiere, das im November stattfand (und das, nebenbei bemerkt, einfach umwerfend war), wurde die Kathedrale lediglich durch Kerzen beleuchtet, die sich in aufgehängten Unterhemden überall in der Kathedrale befanden. 1986 wurde die Kathedrale zusammen mit dem Castle zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Der amerikanische Autor Bill Bryson, der bis 2011 Kanzler der Durham University war, beschreibt in seinem Reisebericht Reif für die Insel: England für Anfänger und Fortgeschrittene was er dachte, als er die Kathedrale zum ersten Mal betrat: „I unhesitatingly gave Durham my vote for best cathedral on planet Earth.“ Mehr kann ich dazu auch nicht sagen.

http://www.durhamcathedral.co.uk/

http://de.wikipedia.org/wiki/Bill_Bryson

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Praktisches

Von dieser mit Spülmittel befüllbaren Spülbürste waren bis jetzt all meine deutschen Besucher begeistert, weil sie einem das Hantieren mit der Spülmittleflasche während des Abwaschens erspart. Sie scheint zwei nationale (eventuell auch stereotype) Grundeigenschaften miteinander zu vereinen: deutsche Effizienz und englische Gemütlichkeit.

Wem soll ich eine mitbringen? 🙂

Veröffentlicht unter Uncategorized | 4 Kommentare