Beamish – eine Reise in die Vergangenheit Nordost-Englands

„Beamish – the Living Museum of the North“ lässt die Zeit der Industrialisierung des späten 19. und des frühen 20. Jahrhunderts im Norden Englands rund um eine alte Kohlemine wieder aufleben. Auf einem weitläufigen grünen Gelände findet man das zur Mine gehörige Dorf, eine Farm, ein Landgut, einen Bahnhof und eine kleine Stadt. Die meisten Gebäude sind aus der umliegenden Gegend zusammengetragen und in Beamish wieder aufgebaut worden, sodass man einen authentischen Eindruck der damaligen Zeit erhält.

Wenn man das Gelände zum ersten Mal betritt, sieht man erst nicht viel und fragt sich dann auch, wie man nun irgendwohin kommt, wo man etwas sieht. Diese Frage ist schnell beantwortet, denn besonders reizvoll in Beamish sind die alten Transportmittel, mit denen man sich von einem zum nächsten Ort bewegt. Es gibt alte Straßenbahnen, Busse, Autos, Pferdekutschen und einen Zug mit Dampflok. Besteigt man so eine Straßenbahn, so sind dort nicht nur andere Besucher zu finden, sondern auch „Statisten“, die einem in altmodische Kleider gehüllt den Eindruck der Zeitreise verstärken sollen. Das funktioniert auch ganz gut, wenn man nicht, wie wir beim letzten Mal, den Mut aufbringt, Beamish am Bank Holiday (Jubilee Weekend) zu besuchen, wo der Anteil an normal gekleideten Menschen leider überwältigend war.

„Statisten“ findet man auch andernorts. Sie geben sich als reisende Geschäftsleute aus, spielen den Schmied, backen Scones am Ofen der Farm oder aber (sehr furchteinflößend) erläutern in der Zahnarztpraxis der Stadt, wie Zahnbehandlungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts abliefen. Dabei stehen sie neben vielen gewaltverheißenden Werkzeugen und einer Menge Flaschen, von denen man den Eindruck erhält, sie enthielten Betäubungsmittel für eine halbe Armee.

Die Wohnhäuser sind alle liebevoll und mit einem Auge für Details eingerichtet. In der Stadt gibt es verschiedene Läden, von denen der Süßigkeitenladen der beliebtesten zu sein scheint. Im Minenarbeiterdorf gibt es auch ein altes Schulhaus, in dem man unter anderem viele alte Lehrmittel betrachten kann. Kinder können im Schulhof alte Spiele spielen. Auf der Farm und auf dem Landsitz gibt es unterschiedliche Tiere zu bestaunen, wobei mich vor allem die Wollschweine fasziniert haben – wollig, riesig, dreckig, knuffig, hässlich? – ich weiß es nicht…

Beamish ist vor allem ein schöner Tagesausflug. Doch erinnert es auch an die nicht allzu ferne Vergangenheit dieser Gegend, der man ihre „Minenarbeitertage“ vor allem durch die vielen „Minenarbeiterhäuschen“, in denen in Durham nun viele Studenten wohnen, noch stark ansieht.

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