Hillwalking Society – ein Weg, der ‚Bubble‘ zu entfliehen

Societies machen einen großen Teil des Universitätslebens in Durham aus. Studenten organisieren sich in rund 200 Gruppen, in denen sie verschiedensten Hobbies und Projekten nachgehen – und diesen Gruppen sollte nicht zu wenig Bedeutung zugemessen werden, da sich die Studenten hier sehr viel über ihre Aktivitäten in Societies zu profilieren scheinen.

Es gibt Societies für jeden Geschmack: Film-Societies, Societies für einzelne Nationalitäten oder Sprachen, Wirtschaftsdiskussionsrunden, Tanz, Swing, Thai Boxing, Wine Tasting, Ukulele, Underwater Hockey, Real Ale, Gliding, Food and Dining usw. usw.

Besonders reizvoll für ausländische Studenten und Leute, die hin und wieder einmal das 40.000-Einwohner Städtchen (auch Durham Bubble genannt…das Gefühl kennt ihr bestimmt auch aus Marburg, wenn sich das eigene Universum auf Marburg beschränkt und man auf irgendeine Weise mitbekommt, dass es auch fernab der Lahn Leben gibt) verlassen möchten, ist die Hillwalking Society. Die organisiert wöchentliche Wanderungen ins weitere Umland.

Dabei haben mich schon zwei Wanderungen in den Lake District geführt, der immerhin eine zweistündige Busreise von hier entfernt liegt. Diese Fahrt lohnt sich aber wirklich. Der Lake District ist einfach wunderschön. Meine erste Wanderung startete in dem kleinen, gemütlichen Dorf Grasmere, das vielleicht einigen als ehemaliger Wohnort des Dichters William Wordsworth bekannt ist. Von dort aus machten wir uns in kleinen Gruppen auf in die Hügel, die uns bei dieser Wanderung auf ca. 800 m Höhe steigen ließen. Hierbei sind wir nicht nur bequem gelaufen, sondern mussten uns durchaus mit den Händen an Felsen hochziehen und springend monströse Matschpfützen überqueren. Das Wetter war sehr schön, sodass man gut auf die nahegelenen Seen und die malerischen verschiedenfarbigen Hügel sehen konnte. Ich habe mich ein bisschen gefühlt, wie im Auenland; die Hügel waren nur etwas höher.

Meine zweite Wanderung im Lake District startete in Keswick. Dort war es auch sehr schön, doch war es der Jahreszeit entsprechend extrem windig (es war Dezember…vielleicht nicht die beste Idee, zu dieser Zeit in den Bergen zu wandern…). Es war so windig, wie ich es noch nie erlebt habe. Es war so windig, dass es alle Mitglieder unserer Wandergruppe mehrere Male einfach umgehauen hat. Brillen flogen durch die Gegend, Menschen flogen durch die Gegend. Deswegen war ich sehr, sehr froh, als wir am Ende der Wanderung einen Pub erreichten und ich mir ein starkes Getränk bestellen konnte!

Nach diesen Erfahrungen möchte ich sagen, dass der Name ‚Hillwalking Society‘ der reinste Euphemismus ist: ‚Felsen-Überwindungs-Einheit‘, ‚Zieh-Spring-Kracksel-Marschtruppe‘, das sind vielleicht passendere Namen.

Diese Mühen lohnen sich aber allein für die Ausblicke.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lake_District

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